Shelter Winery
Im Jahr 2024 nutzten wir unseren Besuch bei Bernhard Huber in Baden, um auch weitere Winzer der Region kennenzulernen – darunter Hans-Bert Espe und Silke Wolf von der Shelter Winery. Dass sie sich ausgerechnet während der arbeitsintensiven Weinlese die Zeit für uns genommen haben, war alles andere als selbstverständlich. Umso dankbarer sind wir für diese besondere Begegnung und die Einblicke in dieses spannende Boutique-Weingut.


Die Geschichte der Shelter Winery ist außergewöhnlich und inspirierend zugleich. Ihre erste Lese fand 2003 statt – zufälligerweise genau in dem Jahr, in dem auch wir unser Einzelhandelsunternehmen gründeten. Die ersten Weine wurden damals in einem alten Shelter auf einem verlassenen Flugplatz vinifiziert. Mit dicken Betonwänden, schweren Stahltüren und grasbewachsenem Dach bot dieser Ort ideale Bedingungen für die Weinreifung und wurde so zum Ursprung des heutigen Erfolgs.


Mit der Zeit entstand der Wunsch nach einem eigenen Weingut. 2009 begann der Neubau in Kitzingen, der bereits 2010 fertiggestellt wurde. Eine schöne Parallele: Genau in diesen Jahren haben auch wir die Villa Berta erworben und nach umfangreicher Sanierung bezogen. Beide Projekte entwickelten sich also nahezu zeitgleich – ein weiterer Zufall, der uns verbindet.
Der Neubau greift die ursprüngliche Idee des Shelters architektonisch auf und bewahrt den Bezug zu den Anfängen. Bei unserer Führung konnten wir die Leidenschaft und Präzision hautnah erleben: Die Gärung hatte bereits begonnen, der Duft von frischem Wein lag in der Luft, und ab und an war das leise Geräusch der automatischen Bâtonnage in den Gärbehältern zu hören – ein praktischer Einblick in die Weinherstellung.


Das Weingut überzeugt durch durchdachte Arbeitsbedingungen: ebenerdig angelegt, mit hohen Decken und großzügigen Flächen, die besonders während der Lese maximale Effizienz ermöglichen. Direkt an die Kelterfläche schließen sich Fasskeller und Flaschenkeller an – alles funktional und gut durchdacht.


Weine und limitierte Produktion
Abgerundet wird das Konzept durch eine charmante kleine Vinothek. Besonders beeindruckt hat uns jedoch die Qualität der Weine: Vom Sekt über Rosé und Chardonnay bis hin zum Spätburgunder – jeder Wein weiß zu begeistern.


Die Weine entstehen auf lediglich fünf Hektar Rebfläche und sind dadurch limitiert. Rund 90 % davon entfallen auf Spätburgunder, der hier klar im Mittelpunkt steht. Die ältesten Reben wurden bereits 1971 gepflanzt und bilden heute das Fundament für charakterstarke, terroirgeprägte Weine.

detailverliebte Flaschenausstattung
Auch die Flaschenausstattung ist liebevoll gestaltet: Ein Espenblatt ziert die Rotweine und spielt auf den Namen Espe an. Die Weinbergsschnecke steht für Chardonnay und Rosé, während eine Hummel das Sektetikett schmückt. Diese Symbole spiegeln die naturnahe Arbeitsweise und das Engagement für Biodiversität wider. Jede Flasche ist fortlaufend nummeriert und trägt die Gesamtflaschenanzahl – ein Detail, das die Exklusivität und die limitierte Produktion unterstreicht. Rund 80 % der Weine gehen in den Export, lediglich 20 % verbleiben in Deutschland.
Umso mehr erfüllt es uns mit Stolz, zu den wenigen Fachhändlern zu zählen, die diese besonderen Weine im Sortiment führen und sie in Leverkusen und Umgebung anbieten. Eine besondere Entdeckung ist die Zahl „N 114“ auf den beiden Topweinen des Weinguts – sie verweist auf die alte Hausnummer des ursprünglichen Shelters, ein Detail, das die Herkunft würdigt. Die genauen Parzellen der Spitzenweine bleiben jedoch ein gut gehütetes Geheimnis.
Der Name „Shelter Winery“ mag im Deutschen zunächst ungewöhnlich klingen, ist jedoch eine Hommage an die Ursprünge auf dem Flugplatz und passt perfekt zur internationalen Nachfrage, die diese Weine heute genießen.
Seit unserem ersten Besuch treffen wir Hans-Bert und Silke regelmäßig, unter anderem auf der Weinmesse in Düsseldorf, wo wir den aktuellen Jahrgang verkosten – ein Highlight, auf das wir uns immer wieder freuen.
